Die neue Welt – Amerika


Der Weg der Jacobfeuerborns von Verl in Westfalen ueber Illinois nach Kansas


Eine Geschichte aus Sicht der Nachfahren von Henry und Christopher Feuerborn, USA

20. Juli 1992 - die folgenden Informationen wurden vor einigen Jahren von Margaret (Poss) Ohnes zusammengetragen. Rita Hames aus Aurora, Illinois gab ihr einige Informationen. Rita Ann ist die Großcousine von Margaret, Earl, Mark, Elmer Gertrude und Don Ross. Sie alle haben ihren Ursprung in der Feuerborn-Linie. Weitere Informationen kamen von Agnes Feuerborn aus R.R. Garnett, USA.

Der Familienname „FEUERBORN“ ist deutschen Ursprungs. In der Literatur gibt es für uns doch sehr überraschende Deutungen. Eine Version deutet den Namen als Feuerfontaine, eine andere besagt, das es eventuell von Feuerwald kommen könnte. Wir glauben nicht an diese beiden Versionen, sondern möchten eher der dr5itten Variante folgen wonach der Name eher auf eine Landschaft, ein Gebiet hinweist. Man könnte durchaus annehmen, das, wenn man die ursprünglichen Namensversionen Vurborn oder Vurberne zu Grunde legt, es ein Hinweis auf die Zahl Vier sein könnte und somit auf ein Gebiet hinweist, in dem es Vier Wälder gegeben haben könnte, als auf „Verl“ oder „Verlo“ was auch als „Vier Wälder" gedeutet wird.  (Anmerkung: eine weitere Version besagt, das der Name nicht anderes bedeutet wie „Frühgeboren“ und auch rein nichts mit „Feuer“ zu tun hat.) Wir werden erst einmal an die letztgenannte Version glauben, zumindest so lange, bis sich eine bessere Interpretation findet.

Der Name Vurborn wird das erste mal in Dokumenten aus dem 14. Jahrhundert erwähnt. (Anmerkung: diese Dokumente beziehen sich auf den Namen Vurberne aus Paderborn.) Die Vurborn Familie hat ihre Wurzeln im Verler Land in der Provinz Westfalen. Das Gebiet hieß zu Zeiten der Vurborns Gütersort. Der Name Feuerborn erscheint bereits in den Verler Kirchenbüchern aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 

Die Feuerborn-Sippe war in mehrere Clans unterteilt. In den Kirchenbüchern fanden wir die Namen Paulfeuerborn, Jacobfeuerborn und Antonfeuerborn (Tönsfeuerborn) aber auch, wenn auch seltener den Namen Feuerborn. (Anmerkung: es gab auch noch Junkerfeuerborn)

In den Aufzeichnungen des 18. Jahrhunderts fanden wir den Begräbniseintrag eines Heinrich Jacobfeuerborn, der im Alter von 70 Jahren am 13. Februar 1753 beigesetzt wurde. Auch sahen wir den Eintrag einer Kleinkindtaufe  vom 22. April 1715. Es wurde ein Kind von Conrad und Anna Paulfeuerborn getauft. Es ist nicht auszuschließen, wir hier einen unserer Vorfahren gefunden haben. Leider war es uns nicht möglich, eine Verbindung zu lebenden Personen herzustellen. Das Fehlen der Kirchenbücher der Jahre 1766 bis 1800 macht die Suche in den Archiven doch sehr schwer. 

Unser ältester, bekannter Vorfahre ist Conrad Jacobfeuerborn, der um 1785 geboren worden sein muss. Wir fanden den Eintrag zu seiner Heirat mit Catharina Claasbrummel vom 30. August 1809. Es ist schon recht seltsam, wenn man darüber nachdenkt, das die Hochzeitsfeier in der Mitte des Napoleonischen Krieges stattfand, also zu einer Zeit, als Westfalen unter französischer Verwaltung stand. In den Registern fanden sich keine Hinweise auf Rekrutierungen. In aller Fairness zu Conrad und Catharina Maria, aber dieser Krieg hat Europa verändert.

Es war eine lange und sehr fruchtbare Ehe. Von den zehn Kindern, die ihnen geboren wurden, starben zwei Kinder in sehr jungem Alter. Die Claasbrummels – Conrad nahm den Familiennamen seiner Frau an – lebten in einer Zeit, in der der deutsche Staat aufgebaut wurde. Das erste Kind, ein Mädchen mit Namen Elisabeth lebte ihr kurzes Leben zu einer Zeit, da Westfalen als separater Staat unter Napoleons Herrschaft existierte. Anna Maria, das zweite Mädchen erlebte in ihren ersten Lebensjahren, wie Westfalen in den deutschen Staatenbund eingegliedert wurde. Als nächstes wurde Marie Elisabeth und zwei Jahre später Anne Marie geboren. Der erste Sohn kam 1820 auf die Welt und er war der erste von zwei Jungs, die den Namen Johann Christoph bekamen. Ein Johann folgte im Jahr 1823 und dann im Jahr 1825 ein Mädchen mit dem Namen Maria Catharina. 

Die nun folgenden zwei Kinder sind die für uns interessantesten. Diese beiden Brüder gingen später nach Amerika, in die Neue Welt. Das Ältere der beiden war das zweite Kind der Familie, das den Namen Johann Christoph (Claasbrummel) bekam. Er wurde am 20 April 1828 geboren. Er starb relativ jung in der Wüste von Nevada durch die Hand wilder, fremder Menschen. Sein jüngerer Bruder Heinrich, geboren am 29. Dezember 1830, ist unser direkter Vorfahre.

Unter dem Datum des 19. Mai 1831 fanden wir eine andere, für unsere Familiengeschichte wichtige Eintragung. Ein Heinrich Jacobfeuerborn heiratet im Alter von 30 Jahren die 25 Jahre alte Elisabeth Hülshorst. Heinrich und Conrad waren wahrscheinlich miteinander verwandt. Leider fanden wir keine Hinweise über den Verwandtschaftsgrad in den Büchern. Was macht Heinrich für uns so interessant? Heinrichs Tochter heiratet Heinrich, den Sohn des Conrad Claasbrummel.

Während die Ehe von Conrad und Catharina Maria Claasbrummel  von langer Dauer war, dauerte die Ehe von Heinrich und Elisabeth Jacobfeuerborn nur eine sehr kurze Zeit. Elisabeth starb sehr früh. Die beiden hatten zwei Töchter, Anna Maria, geboren am 10. Juni 1832 in Verl, Westfalen und Elisabeth, geboren am 08. Juni 1834 ebenfalls in Verl. Beide Töchter kamen später nach Amerika, wo sie als Mary und Elizabeth Feuerborn bekannt wurden. 

Um 9 Uhr am Morgen des 13. Dezember 1834 starb Elisabeth Jacobfeuerborn. Sie hinterließ ihrem Mann Heinrich die beiden kleinen Töchter (Anna Maria und Elisabeth). Wie es in der Familie Tradition war, wurden die beiden Mädchen von einer Tante groß gezogen. Der Name dieser Tante ist uns nicht bekannt. Ich denke, es könnte „Brummel“ gewesen sein. Der Name ihrer Großtochter (Enkelin) wurde uns überliefert, Barbara Brummel (1860 – 1933) – sie heiratete einen Chris (Christoph ?) Brummel im Jahre 1877.

Es musste jemand für die Mädchen da sein, da ihr Vater nicht bei ihnen sein konnte denn er ging bald nach dem Tode seiner Frau nach Amerika. In den deutschen Unterlagen findet sich im Jahre 1837 ein Jacob Feuerborn, der im Alter von 36 Jahren in die USA gegangen ist. Es ist gut möglich, wenn nicht sogar sehr wahrscheinlich, das es sich bei diesem Jacob Feuerborn um unseren Heinrich gehandelt hat. Ein anderes Dokument aus dem Jahre 1851, das sich unfraglich auf unseren Heinrich bezieht, besagt, das er 1844 nach Preußen zurück ging.  Aber eigentlich müsste er schon ein Jahr früher zurück gegangen sein denn er heiratete am 17. Mai 1843 in zweiter Ehe die 25 jährige Margaretha Becker aus Verl.Heinrich ging aller Wahrscheinlichkeit nach in die USA zurück, allerdings wurde er in Preußen zuvor noch Vater von zwei Kindern. Ein Sohn, Johann Heinrich wurde am 18. März 1844 und eine Tochter, Anna Maria am 16. Juni 1846 in Verl geboren. Beide Kinder verbrachten den größten Teil ihres Lebens in Amerika.  Johann Heinrich kämpfte im Bürgerkrieg und seine Schwester Anna Maria verlor in diesem Konflikt ihren ersten Ehemann.

In den Einträgen der Register kamen Heinrich und Margaretha Jacobfeuerborn mit sechs Kindern nach Amerika. Für vier von ihnen kann man ohne Schwierigkeiten belegen, das es die Kinder von Heinrich und Margareta sind. Zwei Kinder sind aus Heinrichs erster Ehe, Anna Maria (18) und Elisabeth (16) so wie seine beiden jüngsten Kinder, Johann Heinrich (6) und Anna Maria (4). Wer die anderen beiden Kinder waren, wissen wir nicht. Heinrich und Margaretha Jacobfeuerborn bekamen in Amerika noch weitere 4 Kinder.

Schon zwei Jahre vor ihnen war Heinrich Claasbrummel (18 Jahre) in die Neue Welt, nach Amerika gegangen. Am oder um den 4. April 1849 bestieg er in Bremen die „Johann Carl“ zusammen mit Hermann Feldewerd (27 Jahre) und Heinrich Wiesbrock (29 Jahre) um nach New York zu fahren. Das eigentliche Ziel war Illinois. Alle waren als Arbeiter in den Registern eingetragen und jeder hatte eine Kiste dabei. 

In den Passagierlisten der „Johann Carl“ ist er als Heinrich Class Brummer eingetragen. Sobald er in Amerika das Schiff verlassen hatte, änderte er seinen Namen in Henry Feuerborn. Es wird in der Familie erzählt, das er mit dieser Namensänderung das Preußische Militär verwirren wollte. Wahrscheinlicher ist aber, das die amerikanischen Einwanderungsbehörde korrekte Daten haben wollte. Claasbrummel war der Familienname seiner Mutter und in Amerika akzeptierte die Einwanderungsbehörde als Familienname nur den Namen des Vaters, also (Jacob)Feuerborn. Der Wechsel des Vornamens von Heinrich in Henry war nicht das Problem. Die meisten deutschen Einwanderer nahmen das naheliegendste englische Gegenstück ihres deutschen Vornamens an. Heinrich Jacobfeuerborn änderte ebenfalls seinen Namen in Henry Feuerborn. Sein Sohn hieß dann John H. Feuerborn und seine Töchter Mary, Elizabeth und Ann Feuerborn.

Um 1852 folgte Christoph seinem Bruder nach Amerika. Wir fragen uns, warum er nicht als erster nach Amerika ging. Sein Weg führte ihn nach La Salle County, Illinois. Er lebte dort auf einem Stück Land, im Süden des Grundstückes seines Bruders Henry, der zu diesem Zeitpunkt aber nicht dort lebte. Er nannte sich nun selbst auch Christopher Feuerborn und er fasste den Entschluss, eine Stadt zu gründen.

Das Feuerbornsche Land lag etwas höher als das umliegende, sehr sumpfige Gebiet. Die Eisenbahn plante eine neue Strecke, die zwischen den beiden Feuerborn  Grundstücken hindurch führen sollte. Das Land wurde vermessen und am 24. Juni 1853 die Trasse festgelegt. Zwei Eigentümer des angrenzenden Landes, Lorenzo und Alonzo Whitmore stellten ihre Grundstücke für den Bau einer Stadt zur Verfügung, die den Namen „Whitfield“ erhielt. Als die Eisenbahn ihren Bahnhof eröffnete, nannte sie die Station „Waverly“. Dieser Name führte allerdings zur Verwirrung bei der Post denn es gab in Illinois bereits ein Waverly. Später wurde die Stadt in Leland umbenannt, wahrscheinlich nach ihrem Posthalter John Leland Adams.

Die Zeit in Illinois bescherte den Brüdern einige Meilensteine ihres Lebens. Sie erhielten die amerikanische Staatsbürgerschaft und sie heirateten. Obwohl es keine Dokumente über diese Heiraten zu geben scheint müssen es drei Heiraten gewesen sein. Henry Feuerborn (Claasbrummel) war verheiratet mit Elizabeth Feuerborn (geb. Jacobfeuerborn). Ihre Schwester Anna Maria, nun Mary Feuerborn, war verheiratet mit Conrad Feuerborn und Heinrichs Bruder Christopher war ebenfalls verheiratet aber die Familie kann sich an den Namen seiner Frau nicht mehr erinnern. Das Fehlen dieser Information macht Nachforschungen in diese Richtung leider unmöglich.

Obwohl Feuerborns Landbesitz in La Salle County, Illinois hatten, heiratete niemand von ihnen dort. Wir fanden lediglich einen Heiratseintrag eines Christopher Feuerborn und einer Theresia Thiers Brummel (Thiesbrummel) aus dem Jahre 1854. Aber das kann nicht die Heirat unseres Christopher sein. Diese Familie unterzeichnete im Jahre 1876 ein Dokument, also zu einer Zeit, als unser Christoph und seine Frau bereits lange verstorben waren. Aktuell können wir diese Familie nicht in unsere Linie einreihen aber weitere Nachforschungen könnten hier Licht in das Dunkel bringen. 

Conrad, Christopher und beide Henry’s erhielten die amerikanische Staatsbürgerschaft noch  während sie in La Salle County, Illinois, lebten. 

Hier kamen auch die Ersten, in Amerika geborenen Feuerborn Kinder zur Welt. Henry’s und Margareth’s fuenftes (bekanntes) Kind, Conrad, wurde 1853 und Henry’s und Elizabeth’s erstes Kind, Henry, müsste etwa zur gleichen Zeit geboren sein. Ihr zweites Kind Hermann wurde am 31. Juli 1855 geboren während die Familie im zukünftigen Leland, Illinois, lebte. Schon während der letzten Zeit dachten die Feuerborns darüber nach, von hier weg zu ziehen, was sie dann auch 1855 taten. Henry und Christopher zogen nach Kansas.

Sie gingen ins Anderson County, wo sie die ersten Siedler waren, die sich dort nieder ließen. Die Pottowatomie Indianer schufen einen Präzedenzfall indem sie die Feuerborns auf einem, von der Regierung zugewiesenen, Areal siedeln ließen. Die Feuerborns bauten Häuser, pflanzten Pfirsichbäume, und bauten Zäune entlang des Pottowatomieflusses bevor die Regierung sie wieder aussiedeln wollte. Obwohl sie offiziell bereits im Jahr 1854 nicht mehr dort lebten, waren sie noch dort, als in dem selben Jahr weitere weiße Siedler ankamen.

Kansas wurde im Mai 1854 durch die Kansas-Nebraska Vereinbarung generell für die Besiedlung geöffnet. Diese Vereinbarung, das Ergebnis langer politischer Kämpfe, machte Kansas zu einem Kriegsschauplatz. Da der Congress sich nicht entscheiden konnte, ob Kansas ein Freier- oder ein Sklavenstaat sein sollte, waren beide Seiten aufgerufen, dieses aus zu kämpfen. Welche Seite zuerst die meisten Stimmen (Menschen) hatte sollte den Staat bekommen.

Wahlen in den Jahren 1854 und 1855 ergaben, das die Territorialregierung und seine Kongressdelegation PRO Sklaverei sei. Beide Wahlen wurden durch Kämpfe und Betrug beeinflusst. Hunderte von Menschen aus Missouri kamen nach Kansas um ihre Stimme abzugeben und um aufrichtige Siedler vom Wählen abzuhalten. In der zweiten Wahl, zum Beispiel wurden 199 Stimmen PRO Sklaverei im ersten Bezirk, zu dem auch Anderson County gehörte, gezählt, obgleich dort nur 50 Wahlberechtigte lebten. Nachdem die Missourier die Kontrolle über das Territorium übernommen hatten brachten sie das Kapital ins Land und errichteten eine Schreckensherrschaft. Dies war das Kansas zu der Zeit als Henry und sein Bruder Christopher dorthin kamen.

Henry hat wahrscheinlich seine Familie zunächst in Illinois zurück gelassen aber Christopher wollte seine Familie mitnehmen. Dies sollte für ihn die größte Katastrophe werden denn seine Familie starb auf dem Weg nach Kansas. Sie wurde neben dem Weg begraben, in einem Sarg aus einem Wagen gebaut. Später, als der Friedhof von Scipio gegründet wurde, bettete er sie um. Beide, Henry und Christopher nahmen im Jahre 1855 Land, Heinrich im späteren Monroe und Christopher in Jackson.


Diese Gesschichte bekam ich im Original von Dick Feuerborn, USA 
© 2002 by Josef Thomalla


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