Mein Grossvater wurde von Indianern getötet


Geschrieben von Otto Feuerborn

Otto Feuerborn
Geb. Dezember 24, 1886
Scippo bei Garnett
Religion: katholisch

Mein Großvater, Johann Feuerborn und sein Bruder Heinrich Feuerborn kam aus Deutschland. Sie waren in Westfalen, in Deutschland geboren. Sie gaben einem Dampfschiff Kapitän 50 US Dollar, nach dem das Schiff die 12 Meilen Grenze überschritten hatte. Der Kapitän hatte sie in einer Weinkiste oder in einem Weinfass versteckt. Sie erreichten New York in der zweiten Hälfte des Jahres 1850. Ihre Geliebten folgten schon recht bald und beide Paare heirateten in Effigham, Illinois, wo die Männer bereits die Häuser geplant hatten. Sie waren Zimmerleute von Beruf. Wir hatten drei oder mehr Generationen von Zimmerleuten in unserer Familie.

Die beiden Familien kamen in den frühen 1860er Jahren nach Kansas und siedelten in der Nähe von Garnett, wo beide Familien sesshaft wurden. Beide hatten Sie etwa 160 Acre (1 Acre = 4047 m²). Ein Grundstück ist immer noch im Familienbesitz und wird von den Großenkeln von Heinrich Feuerborn bewohnt. Wie alle Pioniere mussten auch sie roden, aber da war Holz zum heizen und bauen im Überfluss. Schon nach kurzer Zeit hatten beide schöne Häuser gebaut, ein Sieben-Raum-Haus, das im Besitz der Nachkommen ist und ein Neun-Raum-Haus, das aber nicht mehr im Familienbesitz ist.

Als die Brüder mit ihren Familien nach Kansas kamen, überquerten sie den Missouri mit einer Fähre bei Westport Crossing, in der Nähe von Kansas City. Eine ihrer Maultiere währe beinahe ertrunken. Das Muli erschrak, riss sich los und sprang über die Reling der Fähre. Da es sich jedoch nicht ganz los gerissen hatte, hing es an der Seite der Fähre als diese anlegte. Ein Muli war beim Reisen sehr variabel einzusetzen.

Sie hatten ihre Wagen geladen mit all ihren Kleidern, einigen Möbeln und jeder der Männer brachte noch einen Pflug mit hölzernen Pflugscharen mit. (Notiz: ähnlich den heutigen Pflugscharen aus Eisen.) Sie hatten das Holz poliert so das die Erde richtig wegrollen konnte. Es war notwendig, die Grasnabe zu pflügen oder auf zu brechen, aber zunächst musste das Land von Wölfen frei sein. Erst dann konnte mit der Landarbeit begonnen werden.

Mein Großvater, meines Vaters Vater ging nach Wyoming oder zumindest in das Gebiet um dort nach “Grüneren Feldern”, besseren Grundstücken zu suchen. Seine Frau mit den beiden kleinen Kindern ließ er in Garnett wo sie auf ihn warteten. Sein Bruder Heinrich und seine Familie wartete ebenfalls darauf, umziehen zu können, wenn Johann gute Möglichkeiten gefunden hätte, aber Johann (mein Großvater) kehrte niemals zurück. Es gab immer die Vermutung, das er von den Indianern getötet wurde, denn es gab in dieser Zeit Unruhe bei den Indianern.

Ein alter Indianer, der durch Garnett kam, erzählte den Verwandten, das John von Indianern getötet wurde. Er besuchte die Familie, als er hörte, das Feuerborn Familien hier leben.

Mein Vater war Lawrence Feuerborn und meine Mutter war Louise Kepple Feuerborn. Ihre Verwandten stammten aus Luxemburg. Es ist kein Teil eines anderen Landes, es ist ein kleines, unabhängiges Land. Nachdem sie geheiratet hatten, lebten sie die meiste Zeit ihres Lebens vier Meilen nördlich von Garnett. Mutter starb, als ich neun Jahre alt war. Ich hatte einen Bruder. Vater erzog uns allein, er heiratete nicht wieder. Ohne meine Mutter war er sehr einsam. Mutters Eltern nahmen meinen Bruder. Ich wurde zu seinem Problem als ich in Nimitz Hall lebte. Sein Problem war Denver, Colorado. Meine Onkel und Tanten sorgten für mein Essen und für Kleidung. Ich war 14 Jahre alt, als ich meine eigenen Wege ging. In meinem ersten Job bekam ich $ 13 den Monat und Wohnung und Verpflegung. Am Ende des Jahres hatte ich $ 100 verdient und $ 50 davon gespart. Es war kein Tag mit 8 Stunden. Es war Arbeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und sogar noch etwas vor dem Sonnenaufgang  bis einige Zeit nach dem Dunkel werden. Es gab keine Gewerkschaft, die auf die Einhaltung von Arbeitszeiten achteten.

Ich beendete die High School in Richmond. Die High School dauerte 3 Jahre. Es gab keine speziellen Angebote außer Latein oder Geschichte. Ich nahm Latein. Dann arbeitete ich in einem Milchgeschäft. 

Später ging ich nach Grand Island, Nebraska, wo ich für sechs Monate die Business Schule besuchte.

Es war während der Depression, die dem "Spanisch-Amerikanischen" Krieg folgte, sehr schwer Arbeit zu bekommen. Mein erster Job war Straßenlaternen anzünden. Ich bekam dafür $ 45,00 alle zwei Wochen was in dieser Zeit eine gute Bezahlung war. Ich machte diesen Job 10 Monate.

Dann wurde ich Verkäufer für Leuchtröhren mit Hauptsitz in Ost Kansas. Ich fand heraus, das es Knebelvertrag war – ich kam nicht los davon – wir waren fest eingebunden und sie bezahlten uns immer bar, genug für uns, um dabei zu bleiben – so blieben wir dabei, immer in der Hoffnung unser Geld zu bekommen. Als ich endlich meinen Vertrag erfüllt hatte wurde mir alles ausgezahlt. 

Ich ging dann nach Willowdale, Kansas, wo mein Vater lebte. Ich traf ein Mädchen, Margaret Youngers, die dann meine Frau wurde. Wir begannen mit der Landwirtschaft auf einer Ranch eine Meile nördlich und eine dreiviertel Meile westlich von Zenda für die nächsten sieben Jahre. Wir begannen auf gepachtetem Land mit 6 Pferden und Maultieren und mit Pferde bespannten Maschinen, die ich vier Jahre lang benutzte. Dann kaufte ich einen der ersten Traktoren – einen Wallace. Im Jahre 1917 kaufte ich ein Gebiet von 640 Acres Weizenland neun Meilen nördlich von Zenda. Wir lebten dort bis 1926. Wir blieben Landwirte aber wir zogen 1926 nach Dodge City, damit die Kinder die Schule besuchen konnten. Ich versuchte mich weiter in der Landwirtschaft währen wir in der Stadt lebten aber es hat sich nicht gerechnet. Es wäre besser gewesen, wir wären auf der Farm geblieben.


Ich bekam diese Geschichte von Hubert Feuerborn, USA
1997, Josef Thomalla


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